Live 2011

30. Juli Bad Staffelstein

Hallo liebes Tagebuch,

schlank bist du geblieben dieses Jahr. Leider. Aber nun wirst du erstmal ordentlich gefüllt denn ich muss eine Menge Frust ablassen nach dem das Wochenende in Bad Staffelstein nun vergangen ist.

Angefangen hat alles mit der Hinfahrt in der Nacht von Freitag auf Sonntag. Nein, das ist nicht ganz wahr. Eigentlich fängt alles schon an bevor ich losfahre und zwar mit dem ADAC. Der kommt nämlich vorbei um mir beim auswechseln meiner kaputten Batterie zu helfen, denn unser toller Bus springt nicht mehr an und passendes Werkzeug ist nirgends in Sicht. Gut das es ein altes THW-Katastrophenschutzfahrzeug ist, denn das hatte zwei Batterien drin. Also wird die eine ausgetauscht und es kann losgehen. Endlich.

Natürlich ist dank der tollen ADAC-Aktion einiges an Zeit verloren gegangen, doch ich bin ja schon früh unterwegs und so hab ich noch genügend Puffer für die Fahrt.

Auf geht es nach Bad Staffelstein, bzw. nach Karlsruhe, denn dort ist ja das MPS und wir denken uns das eine kleine Hochzeitsfeierlichkeit am Tag vorher bestimmt Spaß machen würde. Also nach Karlsruhe.

Mein Bus ist nicht der schnellste und so tuckern wir gemütlich über die Autobahn… Sagte ich gemütlich? Nein eher weniger, denn liegen gebliebene Wohnwagen motivieren LKW-Fahrer zu tollen Spontanaktionen die richtig viel Spaß machen wenn man mit einem dicken Ford Transit unterwegs ist.

Kurz vor Karlsruhe (keine Stunde mehr an Fahrt) fängt unser kleiner Bus dann gefährlich an zu wackeln und zu schlingern. Außerdem riecht es so komisch… Eine Fahrt an den Straßenrand klärt alles: Reifen geplatzt. Na super!

An einen Erstazreifen unter dem Wagen kann ich mich noch erinnern, nur wo das verdammte Werkzeug ist… hatte ich überhaupt welches gesehen… mh… Also rufen wir doch den ADAC an und warten. Und warten… und warten… naja.

Nebenbei verfluche ich mich immer wieder denn nur zwei Kilometer weiter wäre ein Rasthof mit goldenem M gewesen, welches verführerisch herüber leuchtet und mich lockt… Ob ich einen schnellen Spatziergang über die Autobahn machen sollte bis der ADAC da ist… Aber was wenn er dann plötzlich doch kommt?

Ich greife der Geschichte vor: Ich hätte locker zwei Stunden Zeit gehabt um mir einen kleinen Ausflug bis zum M zu gönnen. Während meine feinen Kollegen es sich in Karlsruhe bei Met und Bier gut gehen lassen friere ich mir den Arsch auf der Autobahn ab. Was für ein riesen Vergnügen.

Aber es wird noch schlimmer. Denn als der „gelbe Engel“ endlich da ist findet er natürlich innerhalb von wenigen Handgriffen das Werkzeug versteckt hinter einer saudummen Abdeckung. Wie erwähnt ist es ja ein THW-Fahrzeug…

Ich möchte schon vor Scham im Boden versinken da kommt auch schon das nächste Problem. Das Ersatzrad lässt sich nicht mehr lösen. Nach dem ein oder anderen harten Winter und der ein oder anderen Überschwemmung die das Auto wohl hat mitmachen dürfen, ist der Mechanismus zum lösen des Ersatzrades komplett im Arsch. Rost und Stahl sind sich einig geworden und haben sich schön ineinander verschmolzen.

Mit gemeinsamen Kräften, roher Gewalt und wirklich großen Vorschlaghämmern gehen wir nun gemeinsam zu Werke und lösen das Ersatzrad aus seiner Halterung heraus. Das macht so viel Spaß das wir uns damit eine genüssliche weitere Stunde lang aufhalten.

Als das Rad nun endlich frei ist traue ich meinen Augen kaum. Das THW hat wohl die 21 Jahre die dieser Bus nun alt ist, wohl kein Ersatzrad gebraucht. Genau so sieht es nämlich aus. Fast schon will ich lieber den platten Reifen weiter fahren als dieses Ding dran zu machen, aber der „gelbe Engel“ versichert mir, dass es bestimmt noch hundert Kilometer halten wird… Zu dumm nur das es bis Bad Staffelstein noch glatte 300 sind.

Der Rest der Fahrt gerät nun zur Zitterpartie. Mit 80 tucker ich noch die letzten Kilometer bis nach Karlsruhe und aus den geplanten 23 Uhr werden es schließlich 3 Uhr Nachts. Die restlichen Damen sind schon wieder alle eingetroffen und ich falle mit einem Feierabendbier todmüde ins Bett.

Aber nicht lange. Denn um sechse geht schon wieder der Wecker. Da mein Ersatzrad noch bis Bad Staffelstein halten muss, der Bus extrem schwer beladen ist und ich dem Reifen wirklich nicht mehr als 90 Km/h zutraue stehe ich also alleine wesentlich früher auf und fahre Richtung Bad Staffelstein.

Nach drei Stunden Schlaf und dieser furchtbaren Nacht davor wird das eine ganz besondere Fahrt bei der ich bei jeder Bodenwelle vor Angst zusammen zucke und hoffe das es gut gehen wird.

Nach vier Stunden (eigentlich wären es nur zwei gewesen aber aus bekannten Gründen…) fuhr ich also in Bad Staffelstein vor. Mit Harry (dem Stadtrat von Bad Staffelstein) gelange ich zur Bühne und unser Equipment darauf, bevor es zum Reifenhändler geht wo ich mir zwei neue Räder gönne.

Schließlich kam auch der Rest der Band an und die Bühne wird aufgerödelt. Fiese Regenfälle und ein furchtbar improvisiertes Dach für unser Mischpult machen die Arbeit richtig schwer und Jasmin, die heute wieder hinter dem Mischpult steht hat alle Hände voll zu tun das Wasser von unserer Technik fern zu halten, aber es funktioniert schließlich doch noch alles.

Harry, Heike und Markus, die Organisatoren des Stadtfestes, sorgen sich vorbildlich um uns und wir werden mit allen wichtigen Sachen (Bier und Essen) versorgt bevor es schließlich in den Gasthof geht. Dort gönne ich mir mal eine halbe Stunde Schlaf bevor es schließlich unter die Dusche und nachfolgend wieder auf den Platz geht. Okusa und ich genießen eine große Portion Spanferkel mit extra viel Kruste bevor wir uns an unsere Instrumente begeben.

Der gute Okusa ist mittlerweile schon voll drin im Bandgeschehen und es wird ein wahnsinnig genialer Auftakt. Trotz Nieselregen und wenig Platz feiern die Leute wie ausgelassen mit uns. Es ist eine unbeschreiblich gute Stimmung vor der Bühne und wir rocken wie die Sau.

Nachdem wir schließlich unseren ersten Auftritt maßlos Überzogen haben geht es zum zweiten und schließlich zum dritten auf die Bühne. Was haben wir uns darauf gefreut, endlich wieder vollverstärkt mit all den geilen Songs die wir aufzubieten haben zu spielen und dann auch noch einen prall gefüllten Marktplatz bis auf die andere Seite und nur feierwütige Bad Staffelsteiner.

Egal wie beschwerlich und unglücklich die Fahrt hierhin verlaufen ist, dieser Moment entschädigt für Alles und als wir schließlich nach der dritten Zugabe die Bühne räumen ist klar das wir Bad Staffelstein für Ewigkeiten in guter Erinnerung behalten werden.

Nun folgt ein entspannter Abbau der Bühne und schließlich suchen wir noch eine wunderbare kleine Kneipe in der Stadt auf. Das Absurd ist noch gut gefüllt und wir sind in Feierlaune. Zwischendurch versuche ich Okusa noch im Kicker zu schlagen, doch eine Reihe von Eigentoren vereitelt meinen Triumph über unseren Trommler. Schließlich werden wir dann doch als letzte Gruppe irgendwann gebeten die Räumlichkeiten zu verlassen.

Am nächsten Tag bereut der ein oder andere vielleicht den furchtbaren Schädel der nach unzähligen Bieren und Runden Schnaps und Likör auf einen beim aufwachen wartet, doch es ist einfach so unbeschreiblich toll gewesen in Bad Staffelstein, dass sowas einfach mal nötig war.

An diesem Abend ist eine große Last von den Schultern der Band gefallen und das liegt vor allen Dingen an den vielen Menschen die mit uns gefeiert haben und zu uns gehalten haben trotz der extrem schweren Zeit die wir hinter uns gebracht haben. Vielen Dank an alle die an uns geglaubt haben und uns treu geblieben sind.

Aber vor allen Dingen vielen Dank an die unzähligen Bad Staffelsteiner und alle die zufälligerweise noch so vor unserer Bühne gelandet sind und mitgefeiert haben und diese Nacht zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

Es war toll und wir kommen gerne wieder,

euer Arach

11. - 13. Juni WGT Leipzig

WGT Leipzig

Samstag, 11. Juni 2011, 1. Tag WGT

Die Nacht war kurz… sehr kurz. Um halb vier sah ich endlich das Hotelzimmer und fiel nach quälenden sieben Stunden Fahrt halb tot in meine Koje. Meine Augenlieder haben sich noch nicht mal entspannt, da klingelt keine 4 Stunden später auch schon der Wecker. Der Würgereiz über die Gesamtsituation bringt mich dazu aufzustehen und mich unter eine eiskalte Dusche zu stellen. Halb in Trance schaffe ich es bis zum Frühstücksbuffet wo ich als Anti-Kaffeeiker mir erst einmal zwei Tassen von dem Gebräu in den Hals kippe. Nach einem Ausgiebigen Frühstück mit Alustris geht es ab aufs Gelände. Magnus und Hagen sind schon dort, denn die waren in der Nacht wesentlich früher im Bett als wir.

An der Bühne steht auch schon das Merchzelt und wir rödeln schnell alles auf die Bühne. Heute sind Donner und Doria da, die wir seit Biebesheim vor zwei Jahren das letzte Mal gesehen hatten. Das bedeutet es gibt viel zu erzählen.
Das viel erzählen hält sich dann den Tag über. Schon als die ersten verschlafenen Gesichter ankommen sind die ersten Bekannten auch schon dabei.

Gut das Donner und Doria den ersten Gig des Tages schieben, dann so kann ich mich noch ein wenig erholen.

Als wir dann kurze Zeit später loslegen ist es brüllend heiß, die Sonne brennt uns auf den Kopf und der Platz richtig voll. Los geht es!

Nach der ersten halben Stunde WGT ist klar: Das wird einfach nur geil! Hier steppt der Bär, sowohl bei uns, als auch beim Publikum. Richtig heiß auf mehr geht es nur kurze Zeit später wieder drauf. Diesmal in DUR und es ist Party pur angesagt.

Zwischen den Auftritten kommt Kati von der Sendung Kati auf Zack vom MDR vorbei und darf sich einen auftritt von uns anschauen. Für ihre 67 ist die wirklich total gut drauf und es macht spaß mit ihr ein wenig zu quatschen auf wenn die ganze Zeit so ein komisches Ding um uns herum hüpft.

Es kommt wie es kommen musste. Nach so viel heißer Stimmung folgt die Abkühlung und zwar von oben. Es kommt richtig dicke runter. Das ist aber eher eine Erleichterung für uns, denn nun ist der Platz vor der Bühne nicht mehr allzu staubig. So bildet sich diesmal keine riesige Staubwolke vor der Bühne als wir mit dem dritten Auftritt weiter machen. Mittlerweile ist das Heidnische Dorf fast schon überfüllt und genauso sieht es auch vor der Bühne aus. Der absolute Wahnsinn.

Ich bin ja gar noch nienienimmer auf dem WGT gewesen. Das bedeutet mir fallen sowieso schon bei jedem zweiten Schritt die Augen raus weil überall die krassesten Typen und die heißesten Mädels zu sehen sind. Aber wenn die ganze Menge vor der Bühne total abgeht, dann wird’s erst richtig genial.

Ihr seht schon, ich schwebe auf Wolke 7 nach dem letzten Auftritt. Vergessen ist die Müdigkeit. Donner und Doria heizen dann zu guter letzt ne ganze Menge auf bevor wir dann den letzten auf der Bühne rocken. Es wird grandios, spaßig und nicht zuletzt, um mal Alustris von Thargor zu zitieren,  Rotzegeil!

Danach kommt der unangenehme Part. Alles einpacken und wieder Richtung Hotel, Netterweise helfen uns noch ein paar Feierwütige Bühnentrolle die gerne ihren gediegenen Federweißer-Vorrat an uns abgeben. Danke Jungs!

Zurück im Hotel geht es unter die Dusche und dann noch in die Hotelbar. Da gibt’s noch ein paar Cocktails, bevor aber allen total erschöpft die Augen langsam zufallen. Zurück im Bett bleiben die dann auch erst einmal lange geschlossen…



Sonntag, 12. Juni 2011, 2. Tag WGT

Glaubt ja nicht das bisschen Schlaf hätte gereicht. Aber zumindest sieht die Welt heute schon mal viel entspannter aus. Wir treffen uns beim Frühstücksbuffet und genießen erstmal jede Menge Rührei, gebratenen Speck und diverse andere Köstlichkeiten.
Magnus hat sich einen feinen Teller mit Fisch belegt, wo auch ein großer Rollmops drauf drapiert wurde. Als ihm gerade einfällt das er noch Saft holen muss reagiert Hagen. Schnell und effektiv schlägt er zu, entfernt in unglaublicher Geschwindigkeit die Zahnstocher und schiebt den kompletten Rollmops in den Mund. Die sparsam eingesetzten, aber kraftvollen Kaubewegungen enden rechtzeitig als Magnus wieder zurück am Tisch ist und sich hinsetzt… und nichts bemerkt!

Heute geht’s auf die Moritzbastei. Ein cooler Platz direkt neben dem MDR-Tower in Leipzig. „Wissen wir!“, denken jetzt viele von euch. Aber ich war ja noch nie aufm WGT. Lasst mich also meine Begeisterung ausleben ;-)

Die Bühne ist ein wenig Kuschelig, vor allen Dingen da die Kollegen von Eviamara sie heute mit uns teilen und die bringen einen ganzen Haufen an Equipment mit. Nachteil Nummer zwei ist die elendig strahlende Sonne die heute überhaupt kein erbarmen kennt und uns den Pelz auf dem Rücken wegbrennt. Dafür ist aber Jan, der Organisator der Moritzbastei bestens um unser Wohl bemüht und ordert unablässig eine Wasserfuhre nach der anderen für uns. Hiermit geht auf jeden Fall ein fettes Dankeschön an Jan der uns vor dem Hitzetod bewahrt hat.

Die Moritzbastei ist ja eher so ein Ort zum chillen, erzählte man mir im Vorhinein und ich ahnte schlimmes. Kleine Bühne, sengende Hitze, freundlich lächelndes Publikum… am Ar***.

Als wir zum ersten Auftritt auf die Bühne kommen sind drei Leute da… am Ende ist der Platz voll und alle machen mit. Und genau so soll es den ganzen Tag weiter gehen. Eine geile Sause jagt die nächste und wir schwitzen uns auf der Bühne gekonnt einen ab. Es wird total genial und an dem Ort zum Chillen steigt eine riesige Party.

Mitten drin im Getümmel kommt es zu einer interessanten Epiphanie als Hagen aufzählt was er alles zum Frühstück hatte. Als er das Wort Rollmops erwähnt findet folgender innerer Dialog bei einem nicht unbekannten Dudelsackspieler statt.

„Rollmops? Ohja, die sind lecker. Ess ich ja auch gerne. Gut das es heute im Hotel beim Frühstücksbuffet welche gab… Stimmt ja, ich hatte ja heute Morgen auch Rollmops gegessen. Oder doch nicht? Irgendwie kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern… Magen?“

„Nein Kopf, ich hab heute nichts von nem Rollmops abbekommen.“

„Keinen Rollmops. Komisch, ich hatte mir doch extra einen auf den Teller…“

Kurz darauf ertönte es laut im Backstage Bereich. „HAGEN!?!“

Nachdem wir unser letztes Nachtkonzert genossen haben verschwinden wir in die Leipziger Innenstadt auf der Suche nach etwas essbarem. Leider sind Auftrittszeiten nicht Kompatibel mit Restaurant-Essenszeiten und so landen wir wieder im Hotel in der Bar und vertilgen die so genannten „Giant-Burger“ sowie die leckeren Fruchtstücke an unseren Zahlreichen Cocktails bevor es wieder Richtung Bett geht.



Montag, 13. Juni 2011, 3. Tag WGT

Als ich aufwache erkenne ich zwei schreckliche Dinge:

1.    Ich habe noch immer nicht genügend Schlaf und die Cocktailsession von gestern hat daran nichts geändert.
2.    Klimaanlagen versauen einem den Hals

Mit elendigen Halsschmerzen schleppe ich mich ins Badezimmer. Als ich von dort wiederkomme stelle ich erschrocken fest, dass ich den Wecker nicht gestellt hatte. Es ist viel zu spät und als ich nach unten zum Frühstücksbuffet komme ist nur noch Alustris da, da er in Hagens Auto keinen Platz mehr hatte. Na super.

Ich versuche trotzdem ein einigermaßen Nahrhaftes Frühstück zusammenzustellen und bringe uns beide dann ins Heidnische Dorf. Dort steht schon alles bis auf den Rest den ich dabei habe. Schnell auf die Bühne, Auto vom Platz und ab in die Klamottage.

Heute reißt mich dann kaum noch jemand aus meiner Lethargie. Vier Tage Schlafmangel am Stück, brüllende Hitze und die heute noch dazu gekommen Luftfeuchtigkeit tun ihr übriges.

Bei dem ersten Auftritt dann wird alles gegeben und die Leute machen trotz der viel zu frühen Uhrzeit auch richtig Geil mit. Die Bühnentrolle sind auch wieder da und so wird es richtig lustig.

Zwischendurch geben wir gerne noch ein Interview, führen viele nette Gespräche oder spielen Prominentenraten…

Da eine Band leider ausfällt machen wir aus unserem letzten Auftritt ein dickes Konzert und keine 30min Schnelldurchlauf. Da freuen wir uns wahnsinnig drauf aber Jeder (wirklich ausnahmslos Jeder) vercheckt die Uhrzeit. Wir wundern uns schon über eine immer größer werdende Menge vor der Bühne die uns alle verdutzt anschauen während wir am Merchzelt Prominentenraten spielen (Magnus ist Ghandi, Meduwyn ist Angus Young und Hagen ist Alea der Bescheidene) bis wir schließlich mit dem Zaunpfahl drauf hingewiesen werden das wir es fast verpennt haben.

Jetzt aber schnell rauf auf die Bühne, alle Kräfte noch mal mobilisieren und dann geht es los. Trotz der Hitze, der späten Uhrzeit und unserer selbst verschuldeten Verspätung geht es jetzt noch mal richtig los. Zur Verabschiedung ist der Platz gerappelt voll, Hagen hat noch zwischendurch Ärger mit der Hanfbäckerin bekommen die Partout nicht auf geschenkten Schmuck verzichten wollte, und es gibt noch mal richtig Stoff auf die Ohren. Ein wenig Wehmütig werde ich so mitten drin, als wir zu unseren Zugaben kommen und ich dran denken muss, dass ich diesen ganzen Haufen von genialen und verrückten Leuten erst wieder im nächsten Jahr wohl sehen könnte. Doch trotzdem wird es ein riesiger Spaß.

Als der letzte Ton verklungen, das letzte Autogramm gegeben und die letzte Gitarre verstaut ist, rocken wir selber noch mal vor der Bühne von Nichtwindheim mit bevor es zurück ins Hotel geht.

Ja, wir gehen Duschen und danach in die Hotelbar, wo es natürlich einen „Giant Burger“ und jede Menge Cocktails, Whiskey und ähnliches gibt. Warum auch altbewährtes ändern. Ich freue mich danach allerdings nur noch auf mein Bett und auf mehr als sechs Stunden Schlaf.

Danke WGT,
Euer Arach.

 

Gegrüßt, geherzt und gedankt seien die Bühnentrolle fürs Saufen und fürs Packen, Andy von TrRollheimen, Jan für die Getränkeversorgung und allen Leuten die so genial mit uns gefeiert haben.

29. April - 1. Mai Burg Hohenstein

Hallo ihr guten Seelen da draußen,
es ist wieder soweit, die Tourberichte gehen wieder los. Warum erst mit Hohenstein? Warum nicht schon mit Wolfsburg? Ja, gute Frage… ich fasse schnell Wolfsburg mit einem Satz zusammen: Wären nicht Heimdalls Erben die Organisatoren gewesen, hätten Schabernax und wir uns am Sonntagmorgen umgedreht und hätten den Platz verlassen. So, jetzt könnt ihr euch vorstellen wie gut es gelaufen ist und deswegen holen wir den beliebten XXXXL-Mantel des Schweigens (noch bekannt aus einer feucht-fröhlichen Nacht aus Köln im Jahre 2009) heraus und legen ihn über den Markt in Wolfsburg.

Also geht’s los in Hohenstein. Seit Wochen angekündigt: CD-Release! Um das entsprechend zu feiern wird am Freitagabend schon aufgebaut. Die ganze Technik will erst einmal aufgerödelt werden und dann ist da ja auch noch etwas, das man Soundcheck nennt. Natürlich sind da noch ein paar Spaßbremsen vorhanden. Ein paar Lichter gehen uns kaputt, das ein oder andere Kabel fehlt noch und so weiter. Gott-Sei-Dank keine Probleme die nicht zu lösen wären und so sinken wir Freitag Nacht um 23:00 Uhr ganz ganz tief in die Stühle auf der Hotelterasse und lassen uns ein wohlverdientes Bier schmecken.

Samstag
Vielleicht hatte das Bier doch noch was länger gedauert und vielleicht war es auch gar nicht nur eins gewesen, auf jeden Fall scheint es mir doch recht früh als ich morgens aufwache und das Hotelfrühstück verköstige. Wir wollen uns vorbildlich vorbereiten, doch man bittet uns noch die frühen Morgenstunden nicht direkt mit Dudelsäcken zu beschallen. So nutzen wir die Zeit und entwerfen abenteuerliche Konstruktionen für unsere neuen Banner. Nachdem ich noch ein wenig der Burgmauern abreiße um Befestigungsmaterial zu Organisieren legen wir mit dem Soundcheck los. Alles funktioniert bestens und wir schmeißen uns in Schale und warten unseren ersten Gig ab.

Als der kommt fluppt es direkt. erster Ton, alle Hände oben und die Party steigt. Ach ist das gut wieder auf der Bühne zu stehen und abfeiern zu können. Auch die neuen Songs der Musica Divina gehen richtig geil ab und wir haben ne ganze Menge Spaß.

Danach geht es runter und dann wird erst einmal mit einem großen Teil unseres Fanclubs auf die neue CD und auf die neue Saison angestoßen. Der zweite Gig kommt und er kracht genauso. Die neue Technik macht sich gut, das neue Material auch und Stimmung ist in Hohenstein sowieso immer ein absolutes Muss!

Beste Bedingungen für das Abendkonzert. Aber da endet dann leider unsere Glückssträhne. Zuerst wird wegen einem Zeitlupenfeuerfächer unsere halbe Bühne ohne unser wissen abgebaut. Der Start nach dem Märchenerzähler dauert da natürlich viel zu lange. Das ist schon mal Mist. Außerdem finden wir die Hälfte unseres Material entweder gar nicht, oder verstreut auf dem Boden wieder. Auch Mist! Dann müssen wir nach Fünf Songs auch schon wieder aufhören, weil Sammy der Feuerspucker unbedingt noch ne Feuershow machen muss, mit der er aber nicht bis zum Ende der Veranstaltung warten kann. Nach einer (langen) Feuershow ist dann auch nur noch die Hälfte des Publikums da. Okay, Konzert gelaufen… könnte man meinen, aber weit gefehlt.

Die geben nämlich richtig Gas. Es wird noch ein Schweißtreibendes Konzert, auch weil der Technikteufel hin und wieder mal ne fiese Falle für uns parat hat. Aber wir überstehen es unbeschadet, das Publikum auch und nachdem dann der letzte Ton von Magie verklungen ist gehen wir von der Bühne um uns dem Suff hinzugeben.

Sonntag
Heute fällt das Frühstück für mich aus. Dafür gibt es genügend Schlaf und ich erwache frisch und munter. Noch vor Markteröffnung werden noch ein paar Fehler ausgemerzt und wir bereiten uns alle af den kommenden Tag vor. Anziehen, Säcke stimmen, das übliche Programm halt. Auch heute ist wieder ein Großteil unseres Fanclubs da und wir können noch mal richtig Gas geben. Heute wird ein neues Stück nach dem anderen rausgehauen und wir sind froh zu sehen, dass sie alle so gut ankommen.

Der Sonntag wird dann eine richtig entspannte Sause und wir genießen den Tag bei schönstem Wetter und guter Stimmung. Schade das jetzt schon wieder eine lange Pause ansteht bis wir in Lich wieder aufschlagen. Aber bis dahin haben wir auf jeden Fall viele tolle Erinnerungen an Hohenstein und die tollen Leute die da waren und mit uns gefeiert haben, die uns die Zeit verkürzen.

Bis zum nächsten Markt,
euer Arach.

Gegrüßt, geherzt, gedankt seien:
- Das Team des Burghotels
- Janko vom See
- Unser Fanclub